Rezension zu Aus Papier und Asche (Die Chroniken der Fae 1) von Ruth Frances Long

Izzy will eigentlich nur an einem Sommernachmittag durch Dublin schlendern, doch dann entdeckt sie das Graffito eines Engels in einer Seitenstraße. Knall auf Fall stolpert sie in eine andere Welt. Dubh Linn, das Schattenreich der Fae, stellt Izzys Leben komplett auf den Kopf. Denn plötzlich befindet sie sich mitten in einem Krieg zwischen Dämonen, Engeln und den höchsten der Sidhe, die alle nur eines wollen – Izzy. Allein der attraktive Fae Jinx sichert Izzy seine Unterstützung zu. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen?

Keltische Mythologie gepaart mit einer Liebesgeschichte – für mich war von Anfang an klar, dass dieses Buch genau in mein Beuteschema fällt. Als Riesen-Irland-Fan konnte ich mir die preisgekrönten Chroniken der Fae da natürlich nicht entgehen lassen.

Bereits nach den ersten hundert Seiten habe ich mich an die Serie Lost Girl erinnert gefühlt. Die düstere Welt der Fae, Dämonen und Sidhe, gepaart mit sarkastischen und zwielichtigen Charakteren und jeder Menge Action. Da ich die Serie sehr gern mochte, also hier definitiv ein Pluspunkt.

Auch die Aussprachehilfen und Erklärungen auf den letzten Seiten waren hilfreich, um den Überblick zu behalten. Anfangs war es nämlich ziemlich verwirrend, die Beziehungen zwischen all den nichtmenschlichen Figuren zu verstehen, da man insgesamt nur recht oberflächlich in die Welt eingeführt wurde. Da kamen dann ab und zu Fragen danach auf, wer denn nun wem untergeben oder wer mit wem verfeindet ist und welches Ziel derjenige eigentlich verfolgt. Gegen Ende hatte ich aber dann doch einen recht guten Durchblick – auch wenn ich mir vom nächsten Teil definitiv noch ein paar tiefere Einblicke in die Welt der Fae wünsche.

Der Schreibstil konnte mich hingegen auf ganzer Linie überzeugen. Schön bildlich, aber nicht übertrieben ohne überflüssige Beschreibungen, sodass man sich direkt in der düsteren Welt Dubh Linns verlieren konnte.

Die Sidhe-Charaktere haben dazu mit ihrer zwiespältigen, unvorhersehbaren Art natürlich ein ganzes Stück beigetragen. Mal waren sie helfende Hand und mal Lebensgefahr, wodurch die Geschichte bis zum Schluss spannend geblieben ist. Auch Izzys sarkastische Art hat mir sehr gefallen und  mich etwas an Kenzie aus der oben schon erwähnten Serie Lost Girl erinnert. Dass Izzy dabei die Rolle der „Starken“ übernimmt und Jinx ständig das Leben rettet, hatte ich vom Klappentext her überhaupt nicht erwartet. Aber genau das hat für mich den Charme ihrer Beziehung ausgemacht. Ich hatte ja fest mit einer schnulzigen Romanze gerechnet und am Anfang sah es auch nach dieser typischen Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichte aus. Doch zu meiner Überraschung ist das Ganze nicht ins Kitschige abgedriftet. Zu verdanken haben wir das vor allem Izzys Sarkasmus, der jeden Kitsch in ein Lachen verwandelt. Gegen Ende wurde es aber dann doch noch richtig romantisch.

Zugegeben, die Geschichte ist absolut nichts Neues – von Klischees mal ganz abgesehen – aber es hat ja niemand gesagt, dass Altbewährtes schlecht sein muss. Hier ist es jedenfalls sehr gut umgesetzt worden. Die Klischees haben mich nicht gestört und auch der altbekannte Inhalt von Krieg zwischen den Welten war super verpackt.

Als Fazit kann ich also nur sagen, dass mich dieser Auftakt überrascht und überzeugt hat. Die Charaktere sind mir ans Herz gewachsen und der bildliche Schreibstil hat mich sofort in die Welt der Fae eintauchen lassen. An manchen Stellen hätte ich mir jedoch etwas mehr Tiefe und ein paar Erklärungen gewünscht. Trotzdem freue mich schon darauf, den nächsten Teil zu lesen.

4/5

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