Rezension zu Falsche Haut von Leon Sachs

Als der Vater seiner Kindheitsfreundin stirbt, reist Alex Kauffmann von Fribourg nach Paris, um ihr und ihrer Familie Beistand zu leisten. Er ahnt nicht, dass ihn diese Reise tiefer in die Vergangenheit führen wird, als er je für möglich gehalten hätte. An der Seite seiner Freundin Natalie ergründet er das dunkle Geheimnis um ihre wahre Herkunft – und gerät unweigerlich ins Visier eines mächtigen Geheimbundes, der vor nichts zurückschreckt.

Mein erster Kommentar gilt diesmal dem Cover. Das ist meiner Meinung nach weit entfernt von schön, doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn der Inhalt ist dafür umso ungewöhnlicher.

Der Zweite Weltkrieg und die Gräueltaten des Holocausts wurden und werden auch heute noch häufig thematisiert, bieten sie doch hochemotionalen Stoff für etliche Genres. So ist auch in diesem Thriller die Vergangenheit die Grundlage, auf der Leon Sachs eine geheimnisvolle und hochinteressante Geschichte voller unerwarteter Wendungen aufbaut.

Sehr schnell entsteht Spannung, die dann auch bis zum Ende gehalten wird. Das ermöglichen zum einen die Perspektivwechsel, zum anderen aber auch die gut durchdachten Figuren.

Diese sind nämlich weder einseitig noch berechenbar und gerade wenn man denkt, einen Charakter zu kennen und seine nächste Handlung einschätzen zu können, wird man erneut überrascht. Die Protagonisten Natalie und Alex erscheinen dabei sympathisch und man kann ihre Gefühle und Handlungen gut nachvollziehen. Ich hatte von Beginn an fest damit gerechnet, dass sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte anbahnt, weil es in vielen Thrillern mittlerweile üblich ist, Liebesgeschichten zu nutzen, um die Dramatik zu steigern. Doch völlig entgegen meiner Erwartung – und zu meiner Erleichterung – wurde in diesem Thriller keine Lovestory erzwungen, wodurch die Geschichte dennoch nichts an Dramatik verliert – ganz im Gegenteil sogar noch an Glaubwürdigkeit gewinnt. Ich jedenfalls habe die Liebesgeschichte nicht vermisst und war froh, endlich mal wieder einen Thriller ohne eine unglaubwürdig dazwischengeworfene, halbgare Lovestory zu lesen.

Dennoch wäre es meiner Meinung nach schön gewesen, hätte es ab und zu ein paar heftige Emotionen (Wutausbrüche, Panikattaken, Freudentränen, Schockmomente,…) mehr gegeben, besonders bei einem so berührenden historischen Hintergrund.

Mein Fazit: Für Thrillerfans ist dieses Buch ein absolutes Muss. Es ist spannend bis zur letzten Seite und voller Action, dabei mit vielen ungeahnten Wendungen, die den Leser überraschen und ohne störende Klischees. Mir persönlich kamen dabei die Emotionen jedoch etwas zu kurz, weshalb mich das Buch auch nicht zu 100% mitreißen konnte. Trotzdem ein Top-Buch, das das Lesen eindeutig wert ist und besonders nüchterne Leser ansprechen dürfte.

4/5

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