Rezension zu Ein Schritt ins Ungewisse von Elizabeth Camden

„Träume sind hart“, sagte er schließlich. „Man strengt sich an, kämpft und opfert, aber das heißt nicht, dass man sie verwirklichen kann. Ich habe immer geglaubt, dass man etwas erreicht, wenn man es nur stark genug will und nie aufgibt. Aber heute bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich weiß nicht, ob ich ein Heilmittel für diese Krankheit finden werde, und ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.“

Washington 1891.

Kate Livingston ist begeistert, als ihr eine Stelle in der Forschungsabteilung eines renommierten Krankenhauses angeboten wird. Doch dann erfährt sie, dass sich hinter dem weltberühmten Arzt Dr. T. M. Kendall, ihrem zukünftigen Chef, kein anderer verbirgt als ihr einstiger Widersacher Trevor McDonough. Ausgerechnet für den Mann, der ihr einst das ersehnte Collegestipendium wegschnappte und damit ihre einzige Chance zu studieren nahm, soll sie jetzt arbeiten? Als Kate die Stelle wider besseres Wissen antritt, ahnt sie nicht, dass dieser Schritt ins Ungewisse ihr Leben komplett auf den Kopf stellen wird …

Ich kann bis heute nicht genau sagen, was genau mich an diesem Buch fasziniert hat, doch als ich es zum ersten Mal in der Hand hatte, wusste ich, dass ich es lesen musste. Ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil, ich habe es innerhalb eines einzigen Tages verschlungen.

Auf knapp 300 Seiten wird hier eine ebenso berührende wie tiefgründige Geschichte erzählt, die mich schon nach den ersten 50 Seiten so gepackt hatte, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Tuberkulose-Forschung im 19. Jahrhundert bietet dabei hochemotionalen Stoff, der eine neue Sicht auf den Tod, aber genauso auch auf das Leben ermöglicht.

Die Charaktere sind so scharfsinnig wie humorvoll, intelligent und bewundernswert mutig, dass man sie einfach nur lieben kann. Kate, mit ihren großen Träumen und ihrer Leidenschaft, gewinnt man schon auf den allerersten Seiten lieb. Bei Trevor, dem unterkühlten und verschlossenen Doktor dauert es zwar deutlich länger, doch seine Worte treffen mitten ins Herz.

Und apropos mitten ins Herz: was mich an diesem Buch besonders beeindruckt hat, waren die Einsichten, die die Charaktere über das Leben gewinnen. Die Aussagen, die über Hoffnungen und Träume, über Ängste und den Mut, sie zu überwinden getroffen werden, sind inspirierend und geben Kraft.

Auch an Spannung mangelt es diesem Roman nicht. Immerhin finden sich nicht nur ein äußerst geheimnisvoller Protagonist, sondern auch verborgene Widersacher und Feinde, die für Trevor und Kate zur Gefahr werden. Umso schöner ist es, zu sehen, wie die beiden – jeder auf seine Weise – für ihre Träume kämpfen.

Abschließend kann ich also nur sagen: Lest diesen Roman. Fesselnd und gefühlvoll geschrieben berührt er tief und eröffnet eine Perspektive auf das Leben, die mich mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückgelassen hat. Eine zeitlose Ode an all diejenigen, die ihre Ängste überwinden und für ihre Träume kämpfen.

5/5

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