Rezension zu Die Weltenwirbel-Ewige Jugend von Marlene von Hagen

Yllren ist ein heilkundiger Magier, der lieber seinen Verstand benutzt, als die Magie in den Weltenwirbeln anzuzapfen. Nach der mysteriösen Todgeburt eines entstellten Säuglings und den Anzeichen von Schwarzer Magie fühlt er sich verpflichtet, der Ursache nachzugehen. Er sucht Rat bei seinem ehemaligen Lehrmeister Zulanda, doch dessen Hütte ist verfallen und verlassen. Nur eine verschlüsselte Botschaft hilft Yllren weiter. Gemeinsam mit dem Wegefinder Waldo, einem redseligen Oger, begibt sich Yllren auf den Weg ins Reich der Feen, wo er seinen Lehrmeister vermutet. Doch als sie dort ankommen, finden sie etwas ganz anderes vor …

Nachdem mich ihr Debüt bereits sehr begeistern konnte, habe ich mit Die Weltenwirbel nun auch den zweiten Roman von Marlene von Hagen innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Die Idee hat mich sofort angesprochen und so war ich sehr glücklich, auch dieses Mal wieder ein Rezensionsexemplar von der Autorin gestellt zu bekommen.

Dank des flüssigen und mitreißenden Schreibstils befindet man sich sehr schnell mitten im Geschehen. Die Sprache ist, wie ich es schon vom ersten Roman kannte, wieder etwas derber, doch daran gewöhnt man sich sehr schnell.

Auch die Welt, in der die Geschichte um Yllren spielt, ist wieder äußerst interessant gestaltet und mit vielen faszinierenden Geschöpfen „besiedelt worden“, die für den Leser die eine oder andere Überraschung bereithalten. Leider konnten mich die Protagonisten rund um Yllren diesmal nicht richtig überzeugen. Viele von ihnen bieten Stoff für faszinierende Charaktere, doch leider mangelt es an dieser Stelle an Ausführlichkeit, sodass sich die Personen oft auf einzelne Charakterzüge beschränken oder völlig blass bleiben. Gerade Yllren als Hauptcharakter fehlen meiner Meinung nach die Ecken und Kanten, sodass er mir als Leser oft sehr schwach erschien und ich einfach nicht mit ihm warmgeworden bin. Auch von anderen Charakteren, wie zum Beispiel von Yllrens Reisegefährtin Ceilea hätte ich mir etwas mehr Tiefgang gewünscht.

Nach Längen sucht man in diesem Roman vergeblich. Auf jeder Etappe, die Yllren und seine Gefährten zurücklegen, erwarten sie neue Herausforderungen, die den Leser mitfiebern lassen. Zusätzlich wird durch zahlreiche Perspektivwechsel und Rückblenden der Detektiv im Leser geweckt. Wilde Spekulationen über Motive, Beziehungen und zwielichtige Gestalten treiben die Handlung so noch schneller voran.

Die Auflösung zum Schluss ist dann sehr stimmig. Auch, wenn man in groben Zügen zuvor bereits erahnen kann, wie die einzelnen Handlungsstränge ungefähr zusammenhängen, bleiben doch noch einige kleine Fragen offen, die erst am Ende geklärt werden, sodass sich für den Leser erst zu diesem Zeitpunkt das komplette Bild offenbart. Das Ende passt dann ebenfalls sehr gut zum Roman, wurde meiner Meinung nach allerdings ziemlich knapp gehalten.

Kurzum – Dieser Roman entführt uns wieder in eine faszinierende Welt voller Überraschungen. Mit Hochspannung wird der Leser in Atem gehalten und zum Miträtseln angeregt. Leider sind mir persönlich die Charaktere dabei etwas zu kurz gekommen und der Roman hätte insgesamt etwas ausführlicher gestaltet sein können.

3/5

Advertisements