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Die Knochen des Königs 

Rezension zu Rabenkönig von Elly Griffiths

«Ich habe die Knochen des Rabenkönigs gefunden, Ruth. Diese Entdeckung wird alles verändern. Trotzdem fürchte ich mich.» Wenige Tage nach dem Verfassen dieser Zeilen ist Ruth Galloways Studienfreund Dan Golding tot. Kurzerhand reist die forensische Archäologin mit Töchterchen Kate zur Ausgrabungsstätte in den Norden Englands – ausgerechnet dorthin, wo ihre große Liebe DCI Nelson gerade mit seiner Familie Urlaub macht. Als Ruth die Knochen untersucht, ist schnell klar, dass es sich tatsächlich um den legendären König Artus handelt, genannt der Rabenkönig. Doch offenbar will jemand die Entdeckung um jeden Preis vertuschen. Ruth erfährt von der geheimen Bruderschaft «Die weiße Hand» – und wird durch anonyme Nachrichten bedroht. Doch erst als Nelson und sie die ganze Wahrheit über den Rabenkönig herausfinden, begreifen sie, was auf dem Spiel steht.

Dies ist bereits der zweite Roman von Elly Griffiths, den ich gelesen habe. Nachdem Gezeitengrab mich wirklich überrascht hat, hatte ich natürlich auch hohe Erwartungen in diesen Teil der Reihe um Ruth Galloway.

Beginnen wir also gleich mal bei den Charakteren: Wie bereits in Gezeitengrab, sind die Protagonisten rund um die forensische Archäologin Ruth Galloway sehr sympathisch und mit all ihren kleinen Macken so wunderbar menschlich, dass man sie einfach lieben muss. Gerade Ruth mit ihren verhassten Kurven und ihrer Einstellung zum Leben ist so natürlich, dass es Spaß macht, von ihr zu lesen. Leider war mir in diesem Teil die Beziehung zu ihrer Tochter nicht deutlich genug ausgearbeitet, da ihre Liebe zu ihr erst am Ende richtig deutlich wird. Mein absoluter Lieblingscharakter ist nach wie vor Cathbad, mit seiner humorvoll-charmanten und gleichzeitig doch sehr tiefgründigen Art. Von ihm würde ich wirklich gern noch mehr lesen.

Auch der Schreibstil ist wie gewohnt wieder sehr flüssig und ermöglicht durch die verschiedenen Erzählperspektiven ein genaues Einfühlen in alle Charaktere. Leider kann jedoch die eigentliche Handlung diesmal nicht mit den anderen Faktoren mithalten. An Spannung mangelt es besonders zu Anfang, sodass man sich durch die ersten hundertfünfzig Seiten eher durchbeißen muss. Doch sobald die ersten Verdächtigen ins Spiel kommen, baut sich auch nach und nach etwas Spannung auf. Und der Höhepunkt hält den Leser dann auch kurz in Atem.

Abschließend lässt sich also sagen, dass Rabenkönig ein gelungener Krimi für zwischendurch ist. Er braucht zwar eine recht lange Anlaufzeit, bleibt aber durch die interessanten und liebenswerten Charaktere immer abwechslungsreich. Und das Finale entschädigt dann für die fehlende Spannung zu Beginn.

3/5

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