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Die Sprache der Blüten

Rezension zu Eine Blume für die Königin von Caroline Vermalle und Ryan von Ruben

Als der junge Gärtner Francis Masson im Jahre 1770 den Auftrag erhält, im Namen des englischen Königs in Afrika nach einer raren Orangenblüte zu suchen, kann er nicht ahnen, dass ihn das Abenteuer seines Lebens erwartet: Während seiner Jagd nach der geheimnisumwobenen Blüte erwarten ihn nicht nur ungebändigte Natur, sondern auch manch raffinierte Intrige seitens konkurrierender Pflanzenjäger. Als er Bekanntschaft mit dem exzentrischen Botaniker Carl Thunberg und dessen eleganter Begleitung macht, nimmt Massons Schicksal abermals eine unerwartete Wendung…

Diesen Roman habe ich eigentlich nur aufgrund seines wunderschönen Covers gelesen. Die exotischen Pflanzen und die vielen Farben, Düfte und Geräusche haben mich irgendwie gereizt und – was soll ich sagen – der Roman hat sie mit seinen Ortsbeschreibungen direkt in mein Zimmer geholt.

Das Thema rund um die Entdeckungsreisen und die Botaniker des achtzehnten Jahrhunderts finde ich noch immer außergewöhnlich. Für diesen Roman wurde dazu sehr gründlich recherchiert, sodass man tatsächlich das Gefühl hat, an Francis‘ Seite ins Südafrika der 1770er-Jahre zu reisen.

Mit Francis selbst kann der Roman dann auch einen gelungenen Protagonisten vorweisen, der sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt, seinen eigenen Weg findet und Neues lernt. Leider bleiben die restlichen Charaktere alle etwas blass, sodass man sich als Leser fast nur auf Francis fokussiert.

Der Schreibstil ist angenehm, der Roman liest sich flüssig und deshalb auch relativ schnell. Allerdings kommt nicht viel Spannung auf. Viele der Geschehnisse sind vorhersehbar und die wenigen Momente, in denen man dann wirklich den Atem anhält, sind schneller vorbei, als man schauen kann. Zusätzlich enthält der Roman für das Versprechen, das auf dem Einband gegeben wird, eindeutig zu wenig „Liebesgeschichte“. Aber die seltenen Teile, die sich zwischen den Seiten finden, sind dafür umso schöner und berührender zu lesen.

Und apropos berührend: Das Ende hat mich dann doch positiv überrascht. Meiner Meinung nach ist das der beste Teil des Romans und rundet die Handlung noch einmal ab.

Abschließend kann ich also sagen, dass  ein perfekter Roman ist, um sich hinwegzuträumen. Er kann zwar nicht mit großer Spannung aufwarten, bietet dafür aber farbenprächtige Schilderungen der Schauplätze und eine, wenn auch kurze, jedoch sehr berührende Liebesgeschichte.

3/5

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