Rezension zu Die Schattenschwester von Lucinda Riley

Star d’Aplièse ist eine sensible junge Frau und begegnet der Welt eher mit Vorsicht. Seit sie denken kann, ist ihr Leben auf das Engste verflochten mit dem ihrer Schwester CeCe, aus deren Schatten herauszutreten ihr nie gelang. Als ihr geliebter Vater Pa Salt plötzlich stirbt, steht Star jedoch unversehens an einem Wendepunkt. Wie alle Mädchen in der Familie ist auch sie ein Adoptivkind und kennt ihre Wurzeln nicht, doch der Abschiedsbrief ihres Vaters enthält einen Anhaltspunkt – die Adresse einer Londoner Buchhandlung sowie den Hinweis, dort nach einer gewissen Flora MacNichol zu fragen. Während Star diesen Spuren folgt, eröffnen sich ihr völlig ungeahnte Wege, die sie nicht nur auf ein wunderbares Anwesen in Kent führen, sondern auch in die Rosengärten und Parks des Lake District im vergangenen Jahrhundert. Und ganz langsam beginnt Star, ihr eigenes Leben zu entdecken und ihr Herz zu öffnen für das Wagnis, das man Liebe nennt …

Nachdem mich Band eins und zwei der Reihe bereits sehr begeistert haben, konnte ich es kaum erwarten, nun endlich auch den dritten Teil zu lesen. Da es sich auf Deutsch dabei eher um ein teures Vergnügen handelt, habe ich mich schließlich für die englische Originalfassung entschieden.  Siebenhundert Seiten Auszeit, die sich mehr als gelohnt haben.

Aber von vorn: Der dritte Band der Sieben-Schwestern-Reihe führt den Leser diesmal nach England – London und Kent, um genau zu sein – und hat damit bei mir schon mal ordentlich Pluspunkte gesammelt. Was immer es ist, England hat als Schauplatz einen ganz eigenen Charme und Lucinda Rileys wunderbar bildlicher Erzählstil lässt den Leser innerhalb von Minuten genau diesen Charme spüren. Es hat keine fünfzig Seiten gebraucht, bis ich völlig in der Geschichte rund um Star und Flora versunken war.

Und damit auch gleich zu den Charakteren: Diese wurden – wie schon in den Vorgängerbänden – mit viel Liebe zum Detail gestaltet, sodass jeder von ihnen sehr menschlich und authentisch erscheint. Man kann sich als Leser sofort in sie hineinversetzen und leidet oder freut sich mit jedem einzelnen von ihnen.

Auch die Geschichte an sich konnte mich überzeugen. Gut recherchiert und mit viel Liebe zum Detail niedergeschrieben hält sie trotzdem einige interessante Wendungen und Überraschungen bereit. Dennoch muss ich sagen, dass manche Verbindungen, die im Laufe des Romans eröffnet werden, etwas unnötig und übertrieben schienen.

Nichtsdestotrotz baut der Roman von Seite zu Seite an Spannung auf und hält diese auch bis zum Ende. Und obwohl das Ende, so wie es schließlich erscheint, etwas vorhersehbar ist, hat es mir persönlich sehr gut gefallen, besonders, weil es nicht zu hastig hingeworfen oder mit Kitsch überladen wurde.

Abschließend kann ich also sagen, dass Lucinda Riley mit Die Schattenschwester eine gelungene Fortsetzung der Sieben-Schwestern-Reihe gelungen ist. Wundervolle Charaktere und eine Geschichte im Charme des alten Englands garantieren spannende Lesestunden und machen definitiv Lust auf Band vier.

 

 

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