Bücher

Die Melodie der Stille

Rezension zu Heartsong von Kevin Crossley-Holland

Laura ist allein seit sie denken kann. Ohne Eltern und ohne die Fähigkeit zu sprechen, fristet sie ihr Dasein in einem der zahlreichen Waisenhauses Venedigs, immer umgeben von der Frage nach ihrer Herkunft. Dann bekommt sie die Gelegenheit, ein Instrument zu erlernen – ein Moment, der ihr Leben für immer verändern wird. Denn ihre Stimme ist nicht das Einzige, was sie dadurch wiederfindet…

Dieses kleine Büchlein wurde mir von meinen Gastkindern so warm empfohlen, dass ich es einfach zur Hand nehmen musste. Ich bin mir nicht sicher, ob bisher eine deutsche Übersetzung existiert, doch die englische Originalversion mit Illustrationen von Jane Ray kann ich nur empfehlen.

Die Geschichte an sich ist eher schlicht und einfach, doch mit sehr viel Liebe erzählt. Die einzelnen Szenen sind dabei sehr kurz, sodass sich der Roman schnell und flüssig liest. Die Atmosphäre Venedigs wird durch den wunderbaren Schreibstil toll eingefangen und ist besonders in Kombination mit den Illustrationen deutlich spürbar. An Spannung oder überraschenden Wendungen mangelt es hingegen leider.

Laura als Protagonistin lernt man schnell sehr gut kennen. Da sie stumm ist, bleibt ihr lange keine Möglichkeit, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Erst durch das Erlernen der Flöte findet sie schließlich eine Stimme für sich. Mir persönlich hat dabei besonders gefallen, wie sie durch die Musik ihr Selbstbewusstsein findet und  Mut entwickelt.

Auch die Nebencharaktere sind mit viel Liebe gestaltet worden. Vater Antonio ist hier ganz eindeutig mein Favorit. Mir gefällt besonders die Art, wie er sich um Laura kümmert und sie trotz ihrer Stummheit tief zu verstehen scheint.

Das Ende kommt dann zwar etwas abrupt, ist jedoch ein gelungener Abschluss  dieser kleinen Geschichte. Da es sich um ein Kinderbuch handelt, ist der Ausgang natürlich recht vorhersehbar, doch dennoch schön zu lesen.

Als Fazit kann ich also nur sagen, dass sich Heartsong besonders für Kinder eignet. Zwar sollte man nicht mit nervenaufreibender Spannung oder einer besonders originellen Geschichte rechnen, jedoch machen das die wundervollen Charaktere und der lebendige Schreibstil fast wieder wett. Ein kleines Büchlein, das man gut zwischendurch zum Entspannen einschieben kann.

3/5

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