Rezension zu Der Klang der blauen Muschel von Beatrix Mannel

Samoa 1905: Die junge Henriette wandert in die deutsche Südsee-Kolonie aus. Aber sie ist einsam und nicht glücklich in diesem Paradies. Erst zusammen mit einem samoanischen Prinzen, der ihr eine magische Muschel anvertraut, entdeckt sie die Schönheit und die Geheimnisse der sagenumwobenen Insel. Doch genau diese Begegnung bringt Unheil über ganz Samoa, und Henriette muss nach San Francisco fliehen. Noch einmal glaubt sie von vorn anfangen zu können, doch der Klang der blauen Muschel holt sie immer wieder ein …

Dieser Roman glänzt vor allem durch seine farbenprächtige und detailverliebte Beschreibung der Handlungsorte. Ob Deutschland, San Francisco oder das ferne Samoa – Beatrix Mannel schafft es, den Leser sofort zu fesseln und in die Atmosphäre fremder Länder eintauchen zu lassen.

Schnell kommt Spannung auf und zahlreiche Geheimnisse warten darauf, vom Leser gelüftet zu werden. Dass dabei auch die Emotionen nicht zu kurz kommen, ist garantiert – von Geschwisterliebe und Freundschaft bis zu Wut und Hass ist alles dabei.

Die Charaktere sind auch allesamt sehr sympathisch, jedoch manchmal etwas flach. Gerade Henriette als Protagonistin erschien mir etwas unreif und kindisch, obwohl ihre Handlungen durchaus logisch und nachvollziehbar sind. Andere, wie beispielsweise Hofmann, der wahrscheinlich eher zwielichtig erscheinen soll, wird vom Leser spätestens nach den ersten paar Auftritten als böse abgestempelt. Der einzige Charakter, den ich rundum gelungen und interessant fand, war Nian. Von ihr hätte ich auch gern noch mehr gelesen.

Auch habe ich mich am Anfang gefragt, was genau sich die Autorin dabei gedacht hat, gleich drei Verehrer um Henriette herumhüpfen zu lassen. Ich war froh, dass es sich dann noch geklärt hat und im Laufe des Buches aus dreien einer wird, aber meiner Meinung nach hätten es auch von Anfang an zwei Verehrer getan. Man muss es ja nicht übertreiben…

Außerdem fand ich die ganze Geschichte manchmal leider etwas zu vorhersehbar. Besonders gegen Ende wartet man eigentlich nur darauf, dass sich die eigenen Vermutungen bewahrheiten – was sie dann auch tun. Und besonders bei den Liebesgeschichten ist für meinen Geschmack ein Tick zu viel Kitsch drin gewesen, aber das ist Ansichtssache.

Der Klang der blauen Muschel bietet auf alle Fälle eine wunderbar atmosphärische Geschichte, die den Leser an ferne Orte entführt. Eine leichte und romantische Sommerlektüre für alle, die sich gern an andere Orte träumen und beim Lesen einfach mal abschalten und ausspannen wollen.

3/5

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