Rezension zu Die Schicksalsknüpferin – Die Truische Klinge von Marlene von Hagen

Dies ist Band zwei der Schicksalsknüpferin-Reihe. Die Rezension zu Band eins gibt es hier.

Eine gereifte Kriegerin.
Ein sanftmütiger Jüngling.
Ein Mädchen, das Auren sieht.

Die Schicksalsknüpferin führt die einst miteinander verbundenen Fäden erneut zueinander, denn die Blinde Sehende hat mit dem Herrn der Anderswelt einen Pakt geschlossen. Als König der Dämonen will er mit ihrer Hilfe in das Diesseits geboren werden und herrschen. Dazu hat er zwei Menschen auserwählt, die seit ihrer Kindheit unwissentlich mit der Anderswelt verbunden sind. Nur mit der Truischen Klinge kann die Schicksalsknüpferin seinen Plan vereiteln.
Verzweifelt ruft sie die Drachenschmiedin um Hilfe, als ihr einer der Schicksalsfäden entrissen wird. Gemeinsam müssen sie sich dem Herrn der Anderswelt und seiner Dienerin, der Blinden Sehenden, stellen.

An dieser Stelle wieder mal ein großes Dankeschön an die Autorin, die mir diesen Band als Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat. Nachdem mich Band eins ja bereits total überrascht hat – im positiven Sinne – konnte ich es nun kaum erwarten, die Fortsetzung zu lesen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt wieder sehr flüssig und lässt einen sofort in die Geschichte rund um Tavion, Finnar und Brunja eintauchen. Einige kleine Rechtschreibfehlerchen haben sich zwar eingeschlichen, doch diese stören nicht weiter.

Was mich an Teil eins besonders beeindruckt hat, war die Detailliertheit, mit der die Welt durchdacht wurde und ich hat mich wirklich gefreut, mit diesem Band nun noch andere Teile dieser Welt kennenzulernen. Die Monster sind wie immer wunderbar kreativ und ganz und gar ungewöhnlich, sodass es wirklich Spaß macht, all die Actionszenen zu lesen. Die Handlungsorte sind zum Hinwegträumen lebendig.

Die Handlung setzt auch diesmal direkt spannend ein und nimmt im Verlauf der Geschichte noch an Tempo auf. Es gibt kaum großartige Längen und obwohl das Ende leider etwas vorhersehbar ist, hält es dennoch einige kleine Überraschungen bereit.

Nun zu den Charakteren, die ich nach Band eins völlig ins Herz geschlossen habe. Für mich war das Dreiergespann aus Brunja, Finnar und Tavion der Faktor, der der Geschichte ihren besonderen Charme verliehen hat und ich muss sagen, ich war etwas enttäuscht, zu sehen, dass sich die drei nun verändert haben. Ihre Entwicklung ist authentisch und bei Tavion hat sie mir größtenteils auch gefallen. Doch gerade Finnar mit ihrer kriegerischen Stärke und Sturheit hat meiner Meinung nach zu viel ihres früheren Ichs verloren und konnte mich nicht mehr so ganz überzeugen. Dafür gab es aber auch einige Nebencharaktere aus Band eins, die mich in diesem Teil richtig begeistert haben. Xarantee zum Beispiel ist wirklich klasse in diesem Band, obwohl sie mir in Band eins noch suspekt war. Und Kelekin hat mich auch erstaunt – ihn habe ich in Band eins auch eher geduldet als wirklich gemocht.

Insgesamt ist Die Truische Klinge eine gelungene Forsetzung, die Spielraum für einen dritten Teil lassen würde. Schreibstil und Handlung knüpfen an Band eins an und konnten mich auch diesmal überzeugen, während die detailverliebte Welt den Leser mit auf fantastische Abenteuer nimmt. Die Veränderung der Charaktere ist zwar zu Anfang gewöhnungsbedürftig, aber man findet doch sehr schnell neue Lieblinge.

4/5

Advertisements