Allgemein · Schreiben

B für Beschreibung

Im Juli dreht sich alles um Beschreibungen. Besonders am Anfang einer Szene sind sie erforderlich, um den Leser in das Geschehen einzuführen und Personen und Handlungsort vorzustellen. Doch was, wenn dir die Worte fehlen? Wenn all die Vorstellungen deiner eigenen kleinen Romanwelt plötzlich wie weggefegt sind und du nicht weißt, wo du anfangen sollst? Dann habe ich hier ein paar Ratschläge, die dir helfen sollen, dich besser in deine Szenen einzufühlen und deinen Beschreibungen Leben einzuhauchen.

Wem es schwer fällt, sich Orte oder Menschen vorzustellen, würde ich Pinterest empfehlen. Es ist eines meiner liebsten kostenlosen Werkzeuge, um neue Inspirationen und Input zu erhalten. Für alle, die es noch nicht kennen: Es ist eine Art Plattform, auf der man verschiedenste Bilder zu bunten Pinnwänden zusammenbauen kann. Über Landschaften, Portraits, Zeichnungen und Illustrationen bis zu Einrichtungsentwürfen, Kleidung und Zitaten findet man eigentlich alles dort (sogar Schreibtipps 😉). Wenn also wieder die richtigen Worte fehlen oder du dir einfach nicht vorstellen kannst, wie das nächste Setting aussehen soll, dann schau doch mal rein.

Wenn die visuelle Komponente erst einmal stimmt und du weißt, wie deine Charaktere und ihre Umgebung aussehen, was sie tragen und welche Alleinstellungsmerkmale vielleicht zu finden sind, kannst du tiefer in die Szene eintauchen. Versuche, sie mit allen Sinnen zu fühlen.

  • Was hörst du? Vogelgesang, Wellenrauschen, Kindergeschrei oder den Räsenmäher der Nachbarn?
  • Was fühlst du? Weichen Samt unter den Fingern, Stein unter den Füßen, Schmerz oder die angenehme Wärme eines Feuers?
  • Was riechst du? Das süße Parfüm einer alten Lady, den Gestank von Exkrementen oder frisch gemähtes Gras im Sommer?
  • Kannst du etwas schmecken? Die Süße von Schokolade oder den metallenen Geschmack von Blut?

Meist lassen sich diese einzelnen Empfindungen auch verbinden, um ein noch stimmigeres Bild im Kopf des Lesers zu erschaffen.

Versuche außerdem, Aussagen darüber, wie etwas ist zu vermeiden, sondern zeige es stattdessen mithilfe der Empfindungen deines Charakters. Aus einer einfachen Aussage wie: „Es war heiß“ könnte man so ganz einfach einen viel lebendigeren Satz erschaffen, der zeigt, dass es heiß ist: „Die Sonne brannte heiß auf seinen Nacken und er spürte, wie ihm der Schweiß über die Schläfen rann“. Ganz nach dem Prinzip Show, don’t tell kannst du so die fünf Sinne nutzen, um deinen Beschreibungen Leben einzuhauchen.
Bei Beschreibungen von Kämpfen und sehr actionreichen Szenen ist es außerdem am besten, wenn kurze Sätze oder kurze und längere Sätze variiert werden. Das steigert die Spannung beim Lesen zusätzlich.

Grundsätzlich solltest du nicht zu viel über die Worte nachdenken, die du wählst. Das heißt nicht, dass du einfach nur sehr gut und sehr schlecht verwenden sollst. Beschreibe es so, wie du es einem Freund erklären würdest und verzichte auf gestelzte Adjektive, die du selbst erst nachschlägst. Dein eigener Stil wird sich schnell ergeben. Und für Wortschneiderei ist schließlich der innere Kritiker zuständig, den du erst in der Korrekturphase freilassen solltest 😉

Noch ein kleiner Extratipp am Rande:

Wer sich trotz allem mit Beschreibungen schwertut, kann im Alltag üben. Schnapp dir ein Notizbuch und beschreibe, was um dich herum passiert. Vielleicht wartest du am Bahnhof und beobachtest die Leute dort. Vielleicht gehst du gerade im Wald spazieren und lauschst den Geräuschen der Natur. Versuche dann, die Szenerie mit so vielen Sinnen wie möglich bewusst zu fühlen. Je öfter du das machst, desto aufmerksamer wirst du durch die Welt gehen und desto lebendiger werden auch deine Beschreibungen werden.

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