Allgemein · Schreiben

M für Marketing

Marketing – das Wort, das bei den meisten Autoren die Alarmglocken schrillen lässt. Dich selbst vermarkten? Mit potentiellen Lesern in Kontakt treten? Dein Buch anpreisen? Falls dir auch gerade ein kalter Schauer der Panik über den Rücken läuft, ist dieser Beitrag für dich. Denn Marketing ist etwas, wovor sich heutzutage kaum ein Autor drücken kann – auch Verlagsautoren nicht.

Aber keine Sorge, Marketing ist kein Buch mit sieben Siegeln und mit ein paar Tricks wirst auch du die Herausforderungen, die Social Media & Co bieten, meistern. Doch ganz von vorn: Marketing ist nicht gleich Werbung und beginnt deshalb lange bevor dein Buch überhaupt auf dem Markt ist. In der Lehre baut das Marketing auf 4 Grundsäulen auf:

Produkt

An dieser Stelle geht es um dein Buch an sich. Immerhin basiert das Marketing darauf, dass dein Produkt Kunden einen Mehrwert bietet. Hinterfrage ehrlich, ob es das beste Werk ist, das du zu diesem Zeitpunkt anbieten kannst. Hast du es ausreichend überarbeitet? Sind Inhalt und Spannungsbogen durchdacht? Hast du dir eine fremde Meinung von Testlesern oder einem Lektor eingeholt? Sind alle Rechtschreibfehler ausgemerzt? Bietest du ein Cover, das zum Inhalt passt und das zukünftige Leser gern in ihr Regal stellen?
Falls du all diese Fragen mit Ja beantworten kannst, darfst du dir die zweite Säule ansehen.

Ort

Hier geht es um die Auffindbarkeit deiner Werke. Dein Buch sollte nämlich genau dort erhältlich sein, wo potentielle Leser es suchen würden. Bist du Selfpublisher, wirst du um Amazon kaum herumkommen, denn ein Großteil der Selfpublishing-Verkäufe läuft noch immer über diesen Händler. Auch der stationäre Buchhandel ist heutzutage nicht mehr nur auf Verlagsware beschränkt. Wenn du ein gutes Produkt bietest, kannst du vielleicht die Buchhändler in deiner Stadt überzeugen, auch deinen Titel ins Programm zu nehmen. Dafür sollte er wiederum über Barsortimente wie KNV, Libri oder Umbreit bestellbar sein. Trotzdem wird ein Liebesroman kaum im Thrillerregal seinen nächsten Leser finden. Deshalb gehört zur Auffindbarkeit auch die Einordnung in ein bestimmtes Genre. Nur so kann dein Buch schließlich in einem Regal oder in einer Kategorie bei Amazon, Lovelybooks & Co. landen, wo auch interessierte Leser es entdecken.
Sobald du dir darüber ausreichend Gedanken gemacht hast, geht es zur dritten Säule.

Preis

Dazu muss nicht viel gesagt werden. Der ideale Preis – falls du ihn selbst bestimmen kannst – ist natürlich in erster Linie abhängig von den Kosten und der Marge, die du selbst erzielen willst. Trotzdem solltest du auch die Konkurrenz beachten. Wenn du ein Fantasy-EBook im Selfpublishing für fünfzehn Euro anbietest, könnte es beispielsweise schwierig werden, sich gegen die Flut an zwei- oder drei-Euro-eBooks durchzusetzen. Auch kannst du über Preisaktionen nachdenken, um dein Buch zu bewerben.
Du hast deinen idealen Preis gefunden? Dann zum Abschluss Säule vier.

Kommunikation und Werbung

Hier kommen endlich die berühmt-berüchtigen sozialen Medien ins Spiel, die du seit dem Beginn des Artikels fürchtest. Eine eigene Social Media-Präsenz ist für Autoren heutzutage ja fast schon zur Pflicht geworden. Facebook, Twitter, Youtube, Instagram und Co. – am besten überall präsent sein – das scheint die Devise so einiger zu sein. Doch viel wichtiger ist es meiner Meinung nach, wertigen Content für deine Follower zu generieren – wer sieht schließlich gern ein und dasselbe Werbeposting aller drei Tage auf fünf verschiedenen Kanälen?

Deshalb rate ich dir, auf keinen Fall alles gleichzeitig machen zu wollen. Ein guter und einladender Social Media Auftritt erfordert Zeit, die dir zum Schreiben fehlt. Und wenn dein Tag nicht gerade 48 Stunden hat, wird es schwierig, diese Zeit doppelt oder dreifach für verschiedene Kanäle abzuknapsen. Die Folge ist, dass du mehrere „irgendwie mal ein bisschen was gemacht, aber nicht so richtig dabei”-Seiten auf verschiedenen Plattformen hast und am Ende auf keinem Medium richtige Erfolge verzeichnen kannst. Das demotiviert nicht nur – es erschwert dir auch den Aufbau einer Community aus Fans und potentiellen Lesern.
Nutze deshalb nur die Kanäle, auf denen du dich selbst auch wohlfühlst. Experimentiere zu Anfang vielleicht ein bisschen, um dein Medium zu finden. Fotografierst oder zeichnest du gern, dann könnte eine visuelle Plattform wie Instagram das richtige sein, möchtest du lieber bei Worten bleiben, solltest du vielleicht eher Twitter in Betracht ziehen. Wichtig ist, dass du Spaß daran findest und wirklich Interesse hast, deinen Account regelmäßig mit neuen Inhalten zu versorgen. Zudem hilft es, sich mit den Vorgaben des jeweiligen Mediums (wie zum Beispiel dem Instagram-Algorhythmus) zu beschäftigen, wenn du wirklich erfolgreich kommunizieren willst. Auf fast allen Plattformen wird beispielsweise viel Interaktion gefordert – es genügt also oft nicht, ein Bild zu posten oder einen Tweet zu erstellen. Auch Likes, Kommentare und Reposts gehören zu einem lebendigen Social-Media-Auftritt.
Weiterhin solltest du daran denken, dass auch dein Social-Media-Auftritt den Followern einen Mehrwert bieten muss. Gib anstelle des fünften Werbeposts also vielleicht lieber Einblicke in dein Autorenleben. Zeige deinen Schreibtisch, sprich über deinen Schreibprozess oder stelle die Charaktere vor. Die Leute werden dein Buch viel lieber kaufen, wenn sie auch die Person dahinter kennenlernen und du hast gleichzeitig die Möglichkeit, dich mit Gleichgesinnten und Interessierten auszutauschen.
Zudem ist Social Media gerade für introvertiertere Autoren eine tolle Möglichkeit, die eigenen Werke zu bewerben.

Wer auch vor persönlichen Gesprächen keine Scheu hat, sollte unbedingt auf Mund-zu-Mund-Propaganda setzen. Geh auf Buchmessen und verteile Lesezeichen, Postkarten oder Goodiebags zu deinem Buch. Sprich mit Verlagsmenschen oder anderen Autoren. Triff Buchhändler in deiner Stadt und stelle ihnen dein Buch vor. Organisiere Lesungen – gern auch gemeinsam mit anderen Autoren. Schreibe Blogger an und stelle vielleicht sogar ein kleines Team für eine Blogtour zusammen.

Es gibt so viele Möglichkeiten, heutzutage das Wort in die Welt zu tragen – mit ein bisschen Kreativität findest du sicherlich auch etwas, das zu dir passt. Meine ganz persönlichen Favoriten, um für Neuerscheinungen zu werben, sind beispielsweise Verlosungen über Instagram, Leserunden auf Lovelybooks und die Zusammenarbeit mit Bloggern, die du entweder persönlich anschreiben oder über Portale wie NetGalley finden kannst.

Das war es auch schon, mein kleines Einmaleins zum Thema Marketing. Ich hoffe, ich konnte dir einen Überblick darüber geben, was eigentlich alles hinter dem Wort „Marketing” steckt und dir ein paar Möglichkeiten zeigen, wie du dein Buch effektiv vermarkten kannst. Welche Tipps und Tricks benutzt du, um für deine Bücher zu werben?

3 Kommentare zu „M für Marketing

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