Bücher

Lesemonat Dezember & mein Jahresrückblick

Das Jahr neigt sich dem Ende und es ist Zeit, auf alles zurückzublicken, was 2019 so für mich bereitgehalten hat. Dieses Jahr war nicht gerade ein leichtes für mich und ich musste gerade in der ersten Hälfte einige Rückschläge verkraften, aber trotz allem habe ich auch viele wundervolle Erinnerungen an das letzte Jahr. Ich durfte tolle Momente mit meinen Lieben teilen und zusehen, wie Die Rebellenprinzessin ihre ersten Leser gefunden hat. Ich durfte meine erste Kooperation mit zwei tollen Bloggerinnen und Autorinnen eingehen und habe im Schreibnacht-Forum ein Zuhause und Halt gefunden, als ich mit dem Schreiben auf Kriegsfuß stand. Insgesamt bin ich wirklich dankbar für alles, was das letzte Jahr für mich bereitgehalten hat. Lesetechnisch habe ich 2019 ein tolles Jahr gehabt, sowohl was die Anzahl als auch die Auswahl der Bücher betrifft. Im Dezember habe ich trotz Vorweihnachtsstress immerhin noch drei wundervolle Bücher beenden können.

Idaho von Emily Ruskovich lag zu diesem Zeitpunkt schon fast ein Jahr auf meinem SuB – die längste Zeit, die es ein Buch bisher geschafft hat – einfach, weil es so gar nicht das ist, was ich sonst lese. Mittlerweile bin ich froh, dass ich es nun doch noch zur Hand genommen habe, denn der Stil ist einfach unbeschreiblich gut. Die Geschichte erzählt von einem Familiendrama, einem Cold Case und einem verschwundenen Mädchen, doch wirft dabei durch unterschiedliche Perspektiven so viel tiefgründigere Fragen auf, dass die Erzählung einen ganz eigenen Sog entwickelt. Das offene Ende sollte man definitiv erwarten, aber ansonsten bekommt das Buch von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

Tangleweed and Brine von Deirde Sullivan habe ich mir auf meiner letzten Reise nach Dublin gekauft. Eine Freundin hat mir das Buch bereits vor einiger Zeit empfohlen und obwohl ich sonst keine Kurzgeschichten lese, bin ich um diese Märchenadaptionen nicht herumgekommen. Der Schreibstil hat mich zu Anfang ein bisschen verwirrt, weil viel aus der Innensicht der Charaktere beschrieben wird und wenig passiert, aber nach den ersten beiden Geschichten hatte ich mich daran gewöhnt und habe mich von den neuen alten Märchen faszinieren lassen. Der zweite Teil – Brine – hat mir insgesamt nochmal wesentlich besser gefallen als der erste und mein Favorit ist die Adaption der Gänsehirtin. Für Märchenfans ein absolutes Muss – ganz zu schweigen von den wundervollen Illustrationen.

Mit diesen zwei Büchern (plus einem dritten, das ich euch unten in den Highlights vorstellen werde) geht mein Lesejahr dann auch schon zuende. Es wird also Zeit, zurückzublicken und die Highlights des Jahres zu küren:

Im Januar hat mich Aristotle and Dante Discover The Secrets of The Universe sehr berührt. Die Geschichte hat mein Herz gebrochen und wieder zusammengeflickt und ich kann es kaum erwarten, im nächsten Jahr weitere Bücher von Benjamin Alire Saenz zu lesen.

Im Februar habe ich Holly Bourne mit Are We All Lemmings and Snowflakes? für mich entdeckt. Ich liebe den Schreibstil und die Art, wie Holly schwierige Themen in humorvolle Sätze verpackt. Im November habe ich ein weiteres Buch von ihr – The Places I’ve Cried in Public – gelesen und das hat mich sogar noch mehr mitgenommen. Die beiden Bücher werden also definitiv nicht allein auf dem Regal bleiben.

Im März habe ich mein Jahreshighlight schlechthin entdeckt. The Long Way To A Small, Angry Planet von Becky Chambers ist der Start der Wayfarer-Trilogie und der Beginn meiner Obsession mit Sternen, Raumfahrt und meiner neu entdeckten Liebe zur Sci-Fi geworden. Der Schreibstil, die vielfältigen Charaktere und das durchdachte Worldbuilding – bei dieser Trilogie passt einfach alles und für mich ging das Lesen weit über das eigentliche Buch hinaus. Die Worte haben in mir viele Fragen und Gedanken ins Rollen gebracht und ich freue mich schon darauf, 2020 endlich Chambers neusten Roman lesen zu dürfen.

Im April habe ich mich nach einiger Zeit auf dem SuB endlich der Mondschwester von Lucinda Riley gewidmet. Ich glaube, ich muss nicht noch einmal erwähnen, dass ich ein großer Riley-Fan bin. Tiggys Geschichte war eine wundervolle Fortsetzung und besonders toll zu lesen, weil ich einige der Handlungsorte schon besucht habe.

Im Mai habe ich die How-To-Hang-A-Witch-Duologie von Adriana Mather für mich entdeckt. Der Schreibstil hat mich sofort in den Bann gezogen – Hexen, Salem und eine wunderbar sarkastische Protagonistin – ich hatte selten so viel Spaß und Spannung beim Lesen, auch, wenn das Buch wahrscheinlich im Oktober besser zur Jahreszeit gepasst hätte.

Im Juni habe ich nach Jahren endlich eine Jugendbuchreihe wieder aufgenommen, die ich viel zu lang vergessen hatte. Nach den ersten beiden Bänden wurde die Zodiac-Reihe von Romina Russell leider nicht weiter übersetzt und ich habe sie aus den Augen verloren. Dieses Jahr konnte ich dann endlich die letzten beiden Teile lesen und holy Guacamole – ich wünschte so sehr, ich hätte nicht so lang gewartet. Die Reihe hat alles – Sterne, Sci-Fi, unglaublich tolle Charaktere, Freundschaft, Romantik und ein ganzes Universum, das man beim Lesen lieben lernt. Ich freue mich so unglaublich auf weitere Bücher der Autorin und werde diese Reihe definitiv weiterempfehlen.

Im Juli habe ich mich mit You’ll Miss Me When I’m Gone von Rachel Lynn Solomon selbst überrascht. In der Geschichte geht es um Zwillingsschwestern, von denen eine Chorea Huntington hat. Die Beziehung der Schwestern wird aus beiden Perspektiven beleuchtet und geht um einiges tiefer als ich erwartet hatte. You’ll Miss Me When I’m Gone ist ein Jugendbuch über Liebe, das Erwachsenwerden, über Identität, Heimat und den Umgang mit dem Tod. Es ist ein Buch, das mir vor Augen geführt hat, was im Leben wirklich Bedeutung hat.

Im August habe ich mit insgesamt 8 gelesenen Büchern meinen umfangreichsten Lesemonat gehabt. Mein Favorit dabei war die Bone-Witch-Trilogie von Rin Chupeco. Der wunderbar poetische Erzählstil unterscheidet sich sehr von anderen Fantasybüchern und ist sicherlich nichts für jedermann. Was mich am meisten überzeugt hat, war jedoch die Vielschichtigkeit der Charaktere. Tea, die Protagonistin, konnte ich bis zum Ende weder als gut noch als böse abstempeln – stattdessen hatte sie eine Menschlichkeit, die ich geliebt habe. Ihr Hass, ihre Liebe und ihre Wut – selten habe ich so mit einer Protagonistin mitgefiebert.

Der September war mit seiner Buchauswahl mein schwächster Monat. Einzig The Night Circus von Erin Morgenstern konnte mich überzeugen. Auch hier ist es der poetische Schreibstil gewesen, der mich zum Weiterlesen getrieben hat. Die ganze Geschichte ist mysteriös und geheimnisumwoben und voller Magie.

Im Oktober habe ich meinen SuB weiter abgebaut und dabei einen versteckten Schatz entdeckt. Black Swan – Silberner Fluch von Lee Carroll ist der Auftakt einer Trilogie und hat mich direkt zurück in meine Vampir-Phase katapultiert. New York, irische Mythologie und eine Prise knisternde Romantik – was braucht man für einen gemütlichen Herbstanfang noch?

Der November war voller unglaublich guter Bücher und es ist mir wirklich schwer gefallen, nur ein Highlight zu küren. Aber Eleanor Oliphant is Completely Fine von Gail Honeyman hat mich wirklich berührt. Die Art, wie das Buch Einsamkeit portraitiert, hat mich kalt erwischt und ich war selten so stolz und glücklich über die Entwicklung eines Charakters wie bei Eleanor.

Der Dezember hat mich dann schließlich mit einem Reread zum krönenden Abschluss überrascht. Half Bad von Sally Green habe ich schon vor Jahren gelesen, aber auch diese Trilogie wurde nicht weiter übersetzt. Erst dieses Jahr habe ich mir die Bücher auf Englisch besorgt und kann es nach diesem Eröffnungsband kaum erwarten, nächstes Jahr Band 2 und 3 zu lesen.

Das war es dann auch schon – mein 2019 in Büchern. Wie war euer Lesejahr? Welche Bücher haben euch begeistert, welche würdet ihr immer weiterempfehlen?

Ich wünsche euch allen ein gesundes neues Jahr. Möge 2020 viele wunderbare Momente, geteiltes Lachen und gemütliche Lesestunden für euch bereithalten.

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