Allgemein · Schreiben

T für Tagebuch

Tagebuch schreiben – das ist doch ist etwas, was Teenie-Mädels, Omis oder Selbsthilfe-Gurus machen, richtig? Falsch. Tagebuch schreiben oder Journaling, wie es auf Englisch heißt, ist viel mehr als ein paar Sätze über Liebeskummer, das Wetter oder die nervigen Nachbarn. In diesem Beitrag möchte ich drei ganz verschiedene Arten von Tagebüchern näher vorstellen und zeigen, dass Tagebücher dir helfen können, dein Leben zu organisieren, deine Emotionen zu verarbeiten und deine Tage tatsächlich besser zu machen. Aber von vorn – beginnen wir mit dem Standard:

Das klassische Tagebuch

Vielleicht hattest du als Teenie auch eins – ein buntes Notizbuch, wo du jeden Tag reingeschrieben hast, wie nervig die Schule ist, wie süß dein Schwarm oder welches Drama die Oberzicke der Klasse heute angezettelt hat. Auf diese Methode geht auch die Bezeichnung „Tagebuch” zurück – schon vor Jahrhunderten hat man täglich Aufzeichnungen über das Vorgehen im Leben, den Tagesablauf, das Wetter oder die eigenen Gefühle verfasst. Wahrscheinlich ist es heute ziemlich lustig, einige deiner alten Einträge zu lesen, aber wenn es dir wie mir geht, hast du es früher oder später doch abgebrochen, weil die meisten Tage eher unspektakulär waren. Das ist auch das größte Problem dieser Methode: Nicht jeden Tag passiert etwas, das es festzuhalten lohnt (manche Tage passiert zur Abwechselung vielleicht auch mal gar nichts) und kaum jemand hat die Zeit, jeden Abend niederzuschreiben, ob es draußen geregnet hat oder der Hund schon wieder in die Pantoffeln gemacht hat. Zudem ist diese Methode oberflächlich und wird sich im seltensten Falle bereichernd auf dich auswirken.
Eine Abwandlung des klassischen Tagebuchs, die ich persönlich für sinnvoller halte, wäre da das Gratitude-Journal – obwohl ich auch das nicht immer täglich schaffe, hat es einen wesentlich positiveren und stärkeren Effekt als das normale Tagebuch. Jeden Tag mindestens eine Sache aufzuschreiben, für die du dankbar bist, macht dir bewusst, wie viel du eigentlich hast, wie gesegnet du bist und lässt dich insgesamt positiver denken.

In eine ganz andere Richtung geht dann die zweite Form des „Tagebuchs“:

Das Bullet-Journaling

Ich führe mittlerweile seit 2018 ein Bullet Journal und allein der Fakt, dass ich nicht aufgehört habe, zeigt, dass ich diese Methode eines „Tagebuchs” liebe. Falls du auch ein Planungs- und Organisationstyp bist, aber bisher einfach mit keinem Kalender so richtig gut zurechtgekommen bist und am Ende immer das Gefühl hattest, du hast alle Notizen zwanzig Mal an verschiedenen Orten, dann solltest du vielleicht mal einen Blick darauf werfen.
Diese Tagebuch-Form ist eher zum Planen von Terminen und zur Organisation deines Alltags gedacht, aber lässt viel Freiraum für eine ganz individuelle Gestaltung. Du kannst Wochenübersichten und Monatsübersichten einfügen, um deine Termine und To-Dos immer auf einen Blick zu haben. Nebenher kannst du Tracker nutzen, um dich zu motivieren, auf deine Gesundheit zu achten oder Gewohnheiten und Hobbies zu dokumentieren – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Möglichkeiten wären zum Beispiel ein Schreib-Tracker, ein Einnahmen-Ausgaben-Tracker, ein Putz-Tracker (diese 3 nutze ich auch selbst), ein Wasser- oder Sport-Tracker oder ein Mood-Tracker. Weiterhin kannst du das BuJo als Ort nutzen, um alle langen Listen unterbringen. Deine Netflix- oder Leseliste, deine Bucket-Lists, deine To-Do-Listen, Wunschlisten oder Adresslisten. Ich nutze außerdem sehr gern die Möglichkeit, kleine Monatsrückblicke einzubauen, um mich an positive Erlebnisse zu erinnern.
Wenn du kreativ bist, kannst du dich bei der Gestaltung richtig ausleben und einen wunderschönen Ort für all deine persönlichen Notizen erschaffen. Aber auch für alle, die vielleicht nicht ganz so künstlerisch veranlagt sind, ist das BuJo eine tolle Option – es gibt Vorlagen für verschiedenste Seiten, die du abpausen oder einkleben kannst. Du kannst Sticker nutzen oder einfach mit bunten Stiften drauflosmalen.
Auf alle Fälle ist es eine tolle Möglichkeit, die verschiedensten Dinge an einem Ort und ganz nach deinen eigenen Vorstellungen zu ordnen.

Zum Schluss habe ich noch eine ganz andere Form des Tagebuchs für dich:

Das „Deep Journaling”

Diese Form des „Tagebuch Schreibens” nutze ich schon seit über 4 Jahren. Sie ist aus meinen vergeblichen Versuchen des richtigen „Tagebuch Schreibens” hervorgegangen und hat sich über die Jahre entwickelt, doch erst in diesem Jahr habe ich den Begriff Deep Journaling damit verbunden.
Es geht dabei darum, über die Dinge zu schreiben, die dich bewegen. Einfach drauflos zu schreiben und zu schauen, was dabei rauskommt. Es gibt viele, die das täglich machen, beispielsweise in einer Art Morgenseiten – ich mache es, wann immer ich das Bedürfnis habe. Meistens passiert es an den Tagen, wenn ich wichtige Entscheidungen zu treffen habe, niedergeschlagen bin oder viel Emotionales passiert, das ich verarbeiten muss. Dann setze ich mich einfach hin und schreibe (manchmal auch komplett unstrukturiert) auf, was mich bewegt. Und ich bin oft erstaunt, welche Sachen mich einige Minuten später von der Seite anstarren. Ich treffe Erkenntnisse, an die ich vorher gar nicht gedacht habe und Dinge fühlen sich mit einem Mal klarer und leichter an. Wenn dir das schwerer fällt, kannst du es zum Einstieg ja auch mit „Journaling prompts“ versuchen, die du online auf ganz vielen Blogs und Seiten findest.
Sachen aufzuschreiben, bedeutet in gewissem Maße loslassen. Deep Journaling hilft, Gedanken zu ordnen, Entscheidungen und Emotionen in klarerem Licht zu betrachten und Ballast abzuwerfen. Aus diesem Grund kann ich es nur empfehlen und es als dritte und letzte Form des Journaling auch als meine liebste nennen.

Das waren sie auch schon – drei ganz verschiedene Formen des Tagebuchs. Welche würdest du gern probieren? Mit welcher Art hast du vielleicht schon Erfahrungen gemacht?

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3 Kommentare zu „T für Tagebuch

  1. Hallo,
    erst einmal Kompliment, Du hast die drei Arten des Tageuch führens sehr gut dargestellt.

    Ich selbst praktiziere sowohl das Bullet-Journaling als auch das Deep Journaling. Vielleicht beides nicht so ausgeprägt, wie Du es beschrieben hast, aber ich nutze beide Methoden um Struktur in meine Termine und Entscheidungen bzw. Emotionen und Gefühle zu bringen – inklusive ToDo- und Lese-/Serienlisten 😉

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Anna,
    ich nutze jetzt schon seit längerer Zeit ein Bullet Journal, mal mehr, mal weniger und es hat sich für mich als die sinnvollste Methode herauskristallisiert. Daran mag ich, dass das ganze strukturiert ist und alles seinen Platz hat, aber ich es an meine Bedürfnisse anpassen kann. Mit dem normalen Tagebuchschreiben habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht wie du, länger als ein paar Wochen habe ich leider in kein Tagebuch reingeschrieben.

    Gefällt 1 Person

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